Der Diskursmonitor ist eine gemeinschaftlich erarbeitete Online-Plattform zur Aufklärung und Dokumentation von strategischer Kommunikation.

Sie finden hier fachlich fundierte Informationen zu der Frage, wie mit Sprache, Bildern und Medien politische Interessen verfolgt werden: das Glossar erläutert und illustriert wichtige Begriffe aus Praxis und Forschung; das Review und das Barometer geben Einblicke in die aktuelle Diskursgroßwetterlage in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen; die Werkstatt bietet Handreichungen für die Praxis.

Der Diskursmonitor ist immer work in progress. Wir freuen uns über Fragen, Hinweise und Interesse an Mitarbeit oder Kooperation.

Glossar

Lexikon zur strategischen Kommunikation und Diskursforschung

Review

Berichte & Analysen von Expert*innen zu Diskursen

Frag-den-DiMo

Professioneller Rat zur strategischen Kommunikation

Barometer

Statistisches Live-Monitoring aktueller Entwicklungen
(in Arbeit)

Werkstatt

Materialien für die Praxis
(In Arbeit)

Die Macht der Worte – DLF-Podcast und Begleittexte

Unsere Welt ist geprägt von beschränkten Ressourcen. Der Verteilungskampf um diese Ressourcen findet nicht nur mit Gewalt, sondern in Demokratien vor allem sprachlich statt. Wörter und Bilder werden dabei zu mächtigen Werkzeugen, ja, manche werden zu „Waffen“. Doch was wissen wir tatsächlich über die vielbeschworene Macht der Sprache“, über „Propaganda“ und Manipulationstechniken in Alltag und Beruf? Und wie können wir uns rüsten gegen kommunikative Einflussnahme? – Fragen wie diese sind Gegenstand eines vierteiligen Podcasts im Deutschlandfunk in der Reihe „Systemfragen“ mit Kathrin Kühn, Paulus Müller (beide DLF) und Friedemann Vogel (Universität Siegen / Diskursmonitor). Die Begleittexte von Friedemann Vogel geben weitere Hintergrundinformationen und Beispiele zu den einzelnen Themen.

Weiterlesen…

Newsletter

Wenn Sie über Neuerscheinungen auf dieser Plattform informiert werden möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter. Der Newsletter ist kostenlos, werbefrei und wird etwa einmal im Quartal verschickt.

Aus dem Glossar

Das DiskursGlossar ist ein Online-Lexikon zur strategischen Kommunikation. Auf Basis aktueller Forschung bietet es kompakte und anschauliche Informationen zu Phänomenen diskursiver Kämpfe, wie wir sie in Medien, Politik, Recht und Zivilgesellschaft beobachten können.

Das Glossar soll dazu beitragen, kommunikative Strategien in der öffentlichen Praxis besser zu erkennen, zu bezeichnen und zu kritisieren.

Nicht-Entschuldigen / Nonpology

Mit der Nicht-Entschuldigung verfolgen Diskursakteure verschiedene Ziele: sie wollen Ablenken von der eigenen Schuld, erhoffen sich eine Reputationsverbesserung durch vorgespielte Reue oder wollen (andere) negative Konsequenzen abwenden und sich in der Öffentlichkeit positiv als fehlereinsichtig und selbstkritisch darstellen.

Positionieren

Positionieren ist Grundbestandteil menschlicher Kommunikation. Wann immer wir miteinander interagieren und kommunizieren, bringen wir uns selbst, andere und die Objekte, über die wir sprechen, in bestimmte Relationen zueinander.

Geschlechtergerechte Sprache

Mit dem heute als Fahnenwort gebrauchten Ausdruck geschlechtergerechte Sprache ist die Forderung verbunden, bei Personenbezeichnungen die einseitige, für diskriminierend erklärte Bezugnahme auf einen bestimmten Sexus, konkret: auf das männliche Geschlecht, zu unterlassen.

Tabuisieren

Das Wort Tabuisierung bezeichnet die Praxis, etwas Unerwünschtes, Anstößiges oder Peinliches unsichtbar zu machen oder als nicht akzeptabel zu markieren. Das Tabuisierte gilt dann moralisch als unsagbar, unzeigbar oder unmachbar.

Influencer / Influencerin

Influencer:innen sind Personen, die auf Social-Media-Plattformen regelmäßig selbst produzierte Inhalte publizieren und damit eine öffentliche Reichweite über ihre Follower:innen aufbauen. Influencer:innen haben das Potenzial, Rezipient:innen in ihrem Wissen, Einstellungen und Verhalten zu beeinflussen (engl. to influence).

Relativieren

Der Ausdruck relativieren besitzt zwei zentrale Bedeutungsvarianten: In bildungssprachlichen und wissenschaftlichen Kontexten bezeichnet er eine analytische Praxis, bei der Aussagen, Begriffe oder Phänomene durch Bezugnahme auf andere Sachverhalte eingeordnet, differen-ziert und in ihrer Geltung präzisiert werden.

Shitstorm

Der Begriff Shitstorm beschreibt eine relativ junge Diskurskonstellation, die seit den 2010er Jahren an Bedeutung gewonnen hat und gemeinhin als Online-Wutausbruch bezeichnet wer-den kann.

Propaganda

Propaganda als Kommunikationstechnik und -praxis umfasst eine Vielzahl von sprachlichen und visuellen, meist mediengestützten Formen der gezielten Beeinflussung und Steuerung des Denkens, Fühlens und Handelns von Menschen.

Redenschreiben

Wer Reden schreibt, bereitet die schriftliche Fassung von Reden vor, die bei besonderen Anlässen gehalten werden und bei denen es auf einen ausgearbeiteten Vortrag ankommt.

Agenda Setting

Rassistisch motivierte Gewalt, Zerstörung des Regenwaldes, Gender pay gap: Damit politische Institutionen solche Probleme bearbeiten, müssen sie erst als Probleme erkannt und auf die politische Tagesordnung (Agenda) gesetzt werden. Agenda Setting wird in Kommunikations- und Politikwissenschaft als eine Form strategischer Kommunikation beschrieben, mithilfe derer Themen öffentlich Gehör verschafft und politischer Druck erzeugt werden kann.

Tagung der Forschungsgruppe Diskursmonitor

„Das geht zu weit!“
Sprachlich-kommunikative Strategien der Legitimierung und Delegitimierung von Protest in öffentlichen, medialen und politischen Diskursen 

Wann: 04. bis 5. Juni 2025

Wo: Freie Universität Berlin

Mehr erfahren

Glossar zur Strategischen Kommunikation: Band 1

Das Online-DiskursGlossar ist nun auch als Print-Version erhältlich. Der vorliegende Band versammelt insgesamt 83 Beiträge zu zentralen Grundbegriffen, Techniken und relevanten Schlagwörtern aktueller Diskurse. Alle Texte enthalten knappe und verständliche Kurzzusammenfassungen, fachliche Hintergrundinformationen, illustrative Beispiele und Abbildungen sowie vertiefende Lektüreempfehlungen. Weitere Bände folgen.

Forschungsgruppe Diskursmonitor und Diskursintervention (Hrsg.): Glossar zur strategischen Kommunikation. Band 1. Siegen: universi – Universitätsverlag Siegen, 2024. 408 Seiten. 18,50 €.
ISBN: 978-3-96182-149-5
Informationen auf der Verlagsseite

Review

Vertiefende Berichte und Analysen von Expert*innen zu diskursiven Ereignissen finden Sie in der DiskursReview.

Beitragsreihe zur „Corona-Krise“
» Zu den Beiträgen

Tagungsankündigung:
„Zur Politisierung des Alltags – Strategische Kommunikation in öffentlichen Diskursen“ (01.–03.02.2023)
» Mehr erfahren

 

„Canceln von Geschichte“? Eine sprachkritische Auseinandersetzung mit den Straßenumbenennungen in Münster

„Sollen die am 6. Mai 2025 in der Bezirksvertretung Münster-Mitte gefassten Beschlüsse zur Änderung der Straßennamen Skagerrakstraße, Langemarckstraße, Admiral-Scheer-Straße, Admiral-Spee-Straße und Otto-Weddigen-Straße aufgehoben werden und die Straßennamen unverändert erhalten bleiben?“ (Bürgerbegehren – Bürgerentscheid). Diese Frage sollen die Bürger*innen des Stadtbezirks Münster-Mitte der Stadt Münster in einem Bürgerentscheid am 8. Februar 2026 mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten (vgl. Bürgerbegehren …

Löschen Emojis die traditionelle Sprache aus?

Die Kommunikation hat in den vergangenen Jahren eine grundlegende digitalisierte Transformation erlebt. Sie ist aufgrund von sozialen Medien und Messenger Diensten schneller und stärker auf soziale Beziehungspflege eingestellt als auf reine traditionelle schriftliche Formen. Insbesondere Emojis beeinflussen die heutige alltägliche Kommunikation. Emojis sind kleine grafische Symbole zur Darstellung von Emotionen und Objekten. Ein bedeutsamer Moment für die digitale Kommunikation war im Jahr 2015, …

Friedrich Merz und das „Stadtbild“: Wenn Worte wirken und Debatten prägen

„…Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem…“. Diese Äußerung sprach Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz am 14. Oktober 2025 während eines Parteitermins in Potsdam aus, als er auf die rückläufige Zahl von Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind und mögliche politische Reaktionen angesprochen wurde (vgl. Deutschlandfunk, 2025): „Bei der Migration sind wir sehr weit. Wir haben in dieser Bundesregierung die Zahlen August 24/August 25 im Vergleich um 60 …

Das „Stadtbild“ als sprachpolitische Ressource – Eine sprachkritische Analyse der aktuellen Stadtbild-Debatte

Die öffentliche Debatte um das „Stadtbild“ zählt derzeit wohl zu den kontroversesten politischen Auseinandersetzungen in Deutschland. Ausgangspunkt war die folgende Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz, in der er im Rahmen einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung am 14. Oktober 2025 wie folgt feststellte:
„Bei der Migration sind wir sehr weit. […], aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in …

Jugendwörter – Der Ruin der deutschen Sprache?

Bereits seit 2008 kürt der Langenscheidt-Verlag jedes Jahr das sogenannte Jugendwort des Jahres. Hierbei handelt es sich um ein Wort, welches angeblich der in dem jeweiligen Jahr am stärksten in der Jugendsprache verwendete Ausdruck war (vgl. Langenscheidt, 2025). Die jährliche Auswahl eines Jugendwortes geschieht hierbei aus der Begründung heraus, dass genau solche Wörter zeigen würden, wie jüngere Generationen sich fühlen und denken. Ein weiterer Grund ist zudem, dass Jugendsprache von manchen …

Wenn ein Wort Geschichte macht: Die ‚Zeitenwende‘ im politischen und medialen Diskurs

Manche Worte bleiben haften. Kaum ein politisches Wort hat die deutschsprachige Öffentlichkeit seit 2022 so geprägt wie der Begriff „Zeitenwende“. Bundeskanzler Olaf Scholz verwendete ihn in seiner Regierungserklärung am 27. Februar 2022 unmittelbar nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine und erklärte: „Wir erleben eine Zeitenwende. Und das bedeutet: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor.“ (Scholz, Regierungserklärung). Dieser Begriff löste ein bemerkenswertes Echo aus, er …

Wenn aus Vielen Einer wird – Warum pauschale Nationsbezeichnungen sprachlich gefährlich sind

„In dieser Situation sind die Deutschen sehr unzufrieden mit der Arbeit der Politik.“ (Kinkartz, 2025), schreibt die Deutsche Welle im November 2025. Gemeint ist dabei keine einzelne Person oder klar definierte Gruppe, sondern eine ganze Nation, welche mit einem einzigen Artikel zu einem scheinbar einheitlichen Kollektiv zusammengefasst wurde. Solche Formulierungen sind kein Einzelfall. Ähnliche Beispiele, wie „Die Russen greifen an vielen Stellen an“ (Die Welt am Morgen, 2024), „Die Ukrainer …

Sprachkritische Auseinandersetzung im Streit um pflanzliche Ersatzprodukte

“Die Wurst als Waffe” mit solchen oder ähnlichen polarisierenden Schlagzeilen berichten die ZEIT und andere Zeitungen über den Beschluss des Europaparlaments zur Verwendung der Namen veganer Fleischersatzprodukte.1 Begriffe wie “Wurst”, “Schnitzel” oder ”Milch” sollen künftig nur Lebensmittel tragen dürfen, welche tierische Inhaltsstoffe enthalten. In der Abstimmung vom achten Oktober 2025 stimmten 355 der 602 Mitglieder des Parlaments dem Vorschlag zu.2 Auch wenn die Abstimmung nicht automatisch …

Ästhetik als Politisches Argument

Der Begriff Stadtbild erscheint im öffentlichen Diskurs häufig als scheinbar neutrale Beschreibung eines räumlichen Zustands. Ursprünglich bezeichnete er das äußere Erscheinungsbild von Architektur, Straßenräumen und historischen Bereichen (Wikipedia 2025). In letzter Zeit taucht der Begriff zunehmend in Diskussionen auf, die soziale und kulturelle Themen betreffen. Diese Verschiebung zeigt sich deutlich in der jüngsten politischen Debatte um Friedrich Merz, der erklärte: „Wir haben natürlich immer …

„Fake news“- ein Etikett statt eines Arguments?

In den letzten Jahren haben „Fake News“ enorme Auswirkungen auf den politischen Dialog gehabt. Sie werden überall in Wahlkämpfen, Medien und alltäglichen Kommunikationen verwendet, um Informationen zu diskreditieren, sei es journalistisches Material, wissenschaftliche Fakten oder politische Ansichten. Trotz der scheinbaren Neutralität ist dieser Ausdruck tatsächlich ein Werkzeug, um einer Diskussion auszuweichen, damit der Sprecher vermeiden kann, dass er das Wesen der Nachricht verstehen müsste, …

Gegenstand und Ziel des Diskursmonitors

Der Diskursmonitor ist ein disziplinenübergreifendes, webbasiertes Informations- und Dokumentationsportal zur strategischen Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Das Portal richtet sich nicht nur an die Fachcommunity der Diskursforschung sowie verwandter Fachbereiche (etwa Sozial- und Kulturwissenschaften), sondern vor allem auch an Praktiker*innen aus Politik, Medien, Bildung, Justiz und Zivilgesellschaft. Der Diskursmonitor will einen Beitrag leisten zur kommunikativen ‚Waffengleichheit‘ unter streitenden Interessensgruppen im politischen Diskurs, indem er unbemerkte Diskurstrukturen und kommunikative Strategien sichtbar(er) macht.
»Zum Gesamtkonzept | »Zum Team

Mit dem Diskursmonitor assoziierte Projekte

Forschungsgruppe
Diskursmonitor und Diskursintervention